Geflüchtete müssen Unterkünfte mit Perspektive Wohnen verlassen

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77 Geflüchtete, darunter acht Familien mit Kindern, mussten seit Jahresbeginn ihre Wohnung in einer Unterkunft mit Perspektive Wohnen (UPW) verlassen und in eine beengte öffentliche Unterkunft mit wenig Privatsphäre zurückziehen. Das zeigt eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft (Drs. 21/17326). Insgesamt müssen bis Jahresende etwa 1.000 Plätze in UPW-Wohnungen geräumt werden, die dann als Sozialwohnungen vermietet werden sollen, insbesondere an den Standorten Am Gleisdreieck, Ohlendieckshöhe und Duvenacker. In bislang keinem einzigen Fall konnten UPW-Bewohner_innen eine der so neu entstehenden Sozialwohnungen beziehen.

Der Senat hat zwar seine Anstrengungen für Wohnraumvermittlung erhöht, sie bleiben aber ein Tropfen auf den heißen Stein des Hamburger Wohnungsmarktes. Daher ist seine lapidare Äußerung, dass Geflüchtete in öffentlicher Unterbringung angehalten sind, sich eigenständig um Wohnraum zu bemühen, zynisch“, meint die integrationspolitische Sprecherin der Fraktion, Carola Ensslen. „Geflüchtete haben noch nicht einmal eine Chance, aus einer UPW in eine so geschaffene Sozialwohnung zu ziehen. Zwar können sie sich mit Dringlichkeitsschein oder -bestätigung theoretisch darauf bewerben, aber praktisch hat bislang niemand eine Wohnung bekommen.“

Für Geflüchtete würden die UPW so zu einem bloßen Verschiebebahnhof, kritisiert Ensslen: „Von der Erstaufnahme bis – vielleicht – zur eigenen Mietwohnung vergehen Jahre mit mehrfachen Umzügen. So kann Integration nicht gelingen.“ 

„Wohnungskarussell für Schutzsuchende“ titelt die taz vom 8.6.2019 ihren Beitrag dazu.

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