Mehr als 30.000 Hamburger_innen sind arm trotz Arbeit

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Mut gegen Armut

Wieder präsentiert die Arbeitsagentur zum Monatsende aus ihrer Sicht glänzende Arbeitsmarktzahlen – weniger Arbeitslose, steigende Gesamtbeschäftigung, hoher Fachkräftebedarf. Doch davon profitieren längst nicht alle, wie eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft (Drs. 21/16553) ergibt. „Die Zahl derer, die ihren Arbeitslohn mit Leistungen der Jobcenter aufstocken müssen, geht kaum zurück“, kritisiert die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion, Carola Ensslen.

Von August 2017 bis November 2018 ist die Zahl derjenigen, die zwar über ein Einkommen verfügen, aber trotzdem aufstocken müssen, lediglich von rund 33.000 auf knapp 32.000 gesunken (vgl. Anlage 1 zur SKA). Fast 40 Prozent davon sind so genannte Minijobber_innen mit einem Einkommen bis 450 Euro. „Wie der Minijob-Report des DGB Hamburg von 2018 ergeben hat, werden Minijobber_innen ohne Rücksicht auf ihre Qualifikation oft in Hilfstätigkeiten beschäftigt. Frauen sind besonders betroffen, Perspektiven auf mehr und qualifizierte Beschäftigung bestehen kaum“, so Ensslen. Senat, Arbeitsagenturen und Jobcenter müssen mit einem speziellen Arbeitsmarktprogramm die Umwandlung in reguläre Beschäftigung viel mehr in den Blick nehmen: „Das wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Beschäftigung, die zum Leben reicht, mehr Fachkräfte und weniger Sozialausgaben.“

Ernüchternd sei, dass nach wie vor in immer denselben Bereichen selbst Vollzeit nicht zum Leben reicht: bei den Zustellungsdiensten, in der Leiharbeit sowie im Reinigungs- und Gastgewerbe. „Hier sind deutlich höhere Mindestlöhne dringend notwendig“, fordert die Abgeordnete.

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