Bewerbung als Delegierte der BAG Queer zum Bundesparteitag

Abschaffung der Deputationen: SPD und Grüne überstimmen eigene Fachleute
30. September 2020
flüchtlinge willkommen
Ankunftszentrum Rahlstedt: Corona-Ausbruch mit Ansage
27. Oktober 2020

Hamburg | Carola Ensslen | Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft | Fachsprecherin für Flucht und Migration, freiwilliges Engagement, Queer und Verfassungspolitik

In Absprache mit der LAG Queer Hamburg habe ich mich entschlossen, als Bundesparteitagsdelegierte zu kandidieren. Meine Bewerbung könnt ihr hier nachlesen:

Mein Name ist Carola Ensslen und ich komme aus Hamburg. Mitglied der LINKEN bin ich seit 2014. Zuvor war ich in der SPD. Unter anderem das im­mer stärkere Auseinanderdriften von Programma­tik und Praxis in der SPD hat mich zum Wechsel bewogen.

Von Anfang an hat es mir großen Spaß gemacht, bei den Aktivitäten der LAG Queer, wie der Prä­senz beim Stadtteilfest St. Georg und beim CSD, mitzumachen.

Als Bürgerschaftsabgeordnete bin ich seit Anfang des Jahres queerpolitische Spre­cherin. Leider wird es nach wie vor nicht für notwendig gehalten, die Queerpolitik in der Fraktion hauptamtlich zu stärken, obwohl es gerade die ehrenamtliche Arbeit der LAG Queer zu den queerpolitischen Wahlprüfsteinen war, die der Fraktion viel Anerkennung brachte. Dies versuche ich auszugleichen, indem einer meiner Abgeordnetenmitarbeitenden zu dem Thema arbeitet, was früher auch keine Selbstverständlichkeit war. Dennoch kommt hier zum Ausdruck, dass es auch in unserer Partei selbst noch viel zu tun gibt, um Queerpolitik zu stärken. Die LAG Queer tut mit ihrer kontinuierlichen und beharrlichen Arbeit sehr viel dafür.

Mit der parlamentarischen Beantragung eines Preises für lesbische Sichtbarkeit haben wir Rot-Grün in Zugzwang gebracht. Die Chancen einer Umsetzung sind gut. Ich möchte das auch auf Bundesebene voranbringen. Für weitere Initiativen verweise ich auf den Bericht der LAG Queer Hamburg.

Darüber hinaus ist es mir wichtig, mich in der Stadt mit den queerpolitischen Initiati­ven zu vernetzen und Gespräche zu führen. In einem Gespräch mit Mitarbeitenden des Caritas-Projektes „Regenbogenfamilien“ sind die vielfältigen Unzulänglichkeiten im Familienrecht für Familienkonstellationen jenseits von Mutter-Vater-Kind deutlich geworden, abgesehen davon, dass nach wie vor viel gesellschaftspolitische Arbeit an der Veränderung des Familienbildes notwendig ist. Fragen des Sorgerechts für mehr als zwei Personen etwa oder der Samenspende für lesbische Paare sind nur unzu­reichend gelöst. Für diese Fragen möchte ich mich auch auf Bundesebene einsetzen und begrüße daher den Antrag der LAG Queer aus Baden-Württemberg dazu.

Als flüchtlingspolitische Sprecherin liegt mir außerdem das Thema „Queer Refugees“ am Herzen. Sie sind besonders von Mehrfach-Diskriminierungen betroffen. Ich erlebe es auch immer wieder, dass die Verfolgung von queeren Menschen in den Heimat­ländern hier nicht anerkannt wird, zum Teil mit sehr zynischen Argumenten, wie „man muss ja seine sexuelle Orientierung nicht zeigen“. Der Antrag „Offensiv für unsere Communities“ geht in diese Richtung. Ich denke aber, wir müssen bundesweit noch lauter und deutlicher auf die Verfolgung queerer Menschen hinweisen. Unsere Solidarität ist hier gefragt.

Mehr über mich und meine Arbeit: www.carola-ensslen.de

Ich bitte um euer Vertrauen, die BAG Queer beim Bundesparteitag zu vertreten!

Eure Carola

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.