Schließung der Postbank Schlüterstraße

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Ein Problem der Privatisierung: Wirtschaftlichkeit steht über Daseinsvorsorge.

Die Postbankfiliale in der Schlüterstraße soll im zweiten Halbjahr 2021 geschlossen werden. Begründet wird das mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Filiale. Es rechnet sich schlicht und einfach nicht mehr für den gewinnorientierten Konzern, diesen Standort weiter zu betreiben. Da die Post in Kooperation mit der Postbank auch Post- und Paketdienstleistungen anbietet, fallen zugleich diese Leistungen auch weg.

Als Ausweichmöglichkeit sollen den Kunden so genannte Post- und Paketshops dienen. Diese Shops sind meistens Kioske, die die Leistungen der Post übernehmen. Nach der Schließung des Postbank-Finanzcenters in der Hoheluftchaussee stand ebenfalls nur eine kleine und oft überlastetet Partnerfiliale im XXL Kiosk zur Verfügung. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch der eine Paketshop, die zwei kleine Partnerfilialen und zwei Packstationen im näheren Umfeld überlastet sein werden. Es darf auch nicht vernachlässigt werden, dass die Postbank als Zweigniederlassung der Deutschen Bank dient und besagte Shops nicht das Bankgeschäft der Postbank ersetzen werden. Das ist besonders für diejenigen problematisch, die keinen Zugang zum Online-Banking haben. Das betrifft beispielsweise Ältere oder ärmere Menschen. „Mal eben schnell“ zur Post oder zur Bank zu gehen, wird für Anwohnende nicht mehr möglich sein. Die nächsten Filialen der Postbank und der Deutschen Post liegen in 1,8-2,7 km Entfernung in der Innenstadt.

Die Wahlkreisabgeordnete Dr. Carola Ensslen dazu: „Die Privatisierung der Post war ein Fehler, der auf Kosten der Kund:innen geht. Die Versorgung mit Postdienstleistungen darf nicht allein an Wirtschaftlichkeitskriterien gemessen werden. Außerdem legt die Post den Partnerfilialen enge Bandagen für eine schlechte Bezahlung an – oft eher ein Verlustgeschäft, das über den Verkauf anderer Waren ausgeglichen werden muss. Die Post spart auf Kosten anderer.“

Ab 2023 wird das Gebäude von der Universität Hamburg gemietet. Mietdauer und -Kosten belaufen sich über 30 Jahre auf insgesamt ca. 440 Millionen Euro, die vom Senat getragen werden.

 

Für Interessierte gibt es hier noch den  Postflyer der Linken Eimsbüttel dazu.

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