Respektvolle Pflege im Alter: Linke beantragt Förderprogramm für queere Senior:innen

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In dieser Woche feiert Hamburgs queere Community die Pride Week – und die Linksfraktion feiert mit. Doch viele LSBTQIA* haben Sorge um ihre Situation im Alter: Wird es auch noch eine vorurteils- und diskriminierungsfreie Betreuung geben, wenn sie pflegebedürftig sind? Mit einem Antrag in der Bürgerschaft am 24.8. setzt die Linksfraktion sich dafür ein, ambulante und stationäre Einrichtungen zu fördern, damit sie ein Qualitätssiegel für queerfreundliche Pflege erwerben können sowie eine Koordinationsstelle einzurichten, um queere Menschen bei Themen rund um Pflege, Alter und Wohnen zu beraten und zu vernetzen. Außerdem soll geprüft werden, wo die Belange von LSBTQIA*-Senior:innen in Gesetzen und Verordnungen verankert werden müssen.

Dazu Carola Ensslen, queerpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Viele Einrichtungen haben immer noch zu wenig Wissen über queere Lebenswelten und die Bedürfnisse von LSBTQIA*. Dabei hat jeder pflegebedürftige Mensch das Recht auf eine individuelle und respektvolle Pflege, auf Wertschätzung und gesellschaftliche Teilhabe. Gerade ältere und hochaltrige LSBTQIA*-Personen haben in ihrem Leben häufig Stigmatisierung und Diskriminierung bis hin zur Kriminalisierung erlebten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sie im letzten Lebensabschnitt Anerkennung, Schutz und Respekt bekommen.“

Dazu Deniz Celik, pflegepolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Die Erfahrung in anderen Städten zeigt, dass Einrichtungen, die sich für eine queerfreundliche Pflege sensibilisieren und dann auch den Zertifizierungsprozess für ein Qualitätssiegel durchlaufen, als Ganzes profitieren: Das Einrichtungs- und Betriebsklima verbessern sich und queerfreundliche Einrichtungen sind attraktive Arbeitergeber:innen. Es gelingt ihnen schneller und leichter, neue Pflegekräfte zu gewinnen und Pflegekräfte bewerben sich sogar initiativ dort. Deshalb ist unser beantragtes Förderprogramm auch ein wirksames Mittel, um dem Pflegekräftemangel in der Altenpflege zu begegnen.“

Unser Antrag (Drs. 22/8897) hängt dieser PM an.

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